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Haartransplantation Beratung Hairforlife

Haartransplantation: Zwanzig Mythen, Irrtümer und Fakten

Andreas Krämer Hair4life

ÜBER DEN AUTOR

ANDREAS KRÄMER

Betroffener von Haarausfall, Fachberater seit 2004, Co-Autor vom Buch „Haartransplantation Ratgeber“ der Alliance4Hair, Gründer von Propatient mit Rechtsanwalt Chr. Bomke, Mitgründer vom HTTC-Trainingscenter für Ärzte. Bekannt aus SWR, SAT 1, ZDF, Spiegel u.v.a. Mehr erfahren
20 wichtige Haartransplantation Mythen/Irrtümer und Fakten
Zwanzig wichtige Haartransplantation Mythen Irrtümer und Fakten vom Experten

Haartransplantationen boomen, aber ebenso haben immer noch viele Menschen Bedenken, sich einer Haar-OP zu unterziehen. Das liegt vorwiegend an den fehlenden Hinweisen zu den Mythen, Irrtümer und fehlende Fakten.

Seit 2004 beschäftigt sich Hairforlife Andreas Krämer als Experte ausschließlich mit dem Thema Haartransplantation und möchte Sie nachfolgend über die zwanzig häufigsten Irrtümer, Mythen und wichtige Fakten über Haartransplantation aufklären:

Mythos 1: Mit einer Haartransplantation können unendlich viele Haare entnommen und verpflanzt werden

Nein! Die Haartransplantation stellt lediglich eine Umlagerung von Haaren dar. Dabei werden die Haarfollikel von hormonunsensibelen Gebieten (Spendergebiet/Donorareal) in vorher haarlose Regionen oder zwischen vorhandene Haarwurzeln zur Verdichtung/Auffüllung der Haare implantiert. Es geht bei der Haartransplantation um eine möglichst gekonnte und optisch ansprechende Haarumverteilung, die das Ergebnis maximal optisch verbessert wird. Die Haare, die zur Entnahme vorhanden sind, d.h. das Erntegebiet/Spendergebiet/Donorareal, stehen nur in limitierter Anzahl bereit, werden zu viele Haare daraus entnommen, würde es optisch nicht mehr schön aussehen, ähnlich eines Mottenfraß. Deshalb sieht der verantwortungsvolle Operateur stets entsprechende Vorsorgereserven für den Fall vor, dass durch weitere Transplantationen ein weiter fortgeschrittener Haarausfall behoben werden kann und das Spendergebiet dennoch immer noch optisch ansprechend und nicht zu dünn aussieht. 

Mythos 2: Mit einer Haartransplantation können fremde Haare oder Kunst-Haare transplantiert werden

Nein. Zahlreiche Betroffene, die an erblichem Haarverlust leiden und den Wunsch haben, sich Haare zu verpflanzen, jedoch nicht für die Durchführung der Operation infrage kommen, da die Voraussetzungen eines noch intakten Donorgebietes nicht vorliegen und daher zu wenig Donorhaar verfügbar ist, erkundigen sich vielfach, inwieweit eine Fremdhaartransplantation durchgeführt werden kann.

Schon vor vielen Jahren wurde aber klar, dass eine Transplantation mit Kunsthaar oder fremden Haaren (von einem anderen Menschen) nicht oder nur sehr eingeschränkt durchführbar und problematisch ist. Die Problematik ist eben, dass künstliche Haare, ebenso wie fremde Haare anderer Leute, durch den eigenen Körper nicht akzeptiert werden.

Damit der Körper das Fremdhaar (Kunsthaar) nicht ablehnt, ist es zwar theoretisch eine Möglichkeit, eine medikamentöse Behandlung vorzunehmen, zum Beispiel durch Immunsuppressiva, zu denen auch Kortikosteroide zählen, ähnlich denen, die beispielsweise bei Herztransplantationen zum Einsatz kommen. Allerdings müssten diese Präparate für den Rest des Lebens verabreicht werden, wobei die langjährige Medikamenteneinnahme mit Risiken und unerwünschten Wirkungen einhergeht, und diese stehen bei einem sozusagen nicht essenziellen/nicht lebensnotwendigen Eingriff in einem Missverhältnis zum Nutzen bei einer so wichtigen Operation wie einer Herztransplantation, wo es um das Leben und den Tod des Patienten geht.

Aufgrund der Risiken dauerhafter Kopfhautentzündungen und generell negativer Erfahrungswerte sind die Verpflanzungen von Kunsthaaren nach und nach aufgegeben worden.

Mythos 3: Eine Haarverpflanzung steht nur für Männer zur Verfügung 

Es ist immer noch in den Köpfen der Menschen verankert, dass nur Männer von erblichem Haarausfall, Geheimratsecken und Glatze betroffen sind. Dem ist allerdings nicht so und immer häufiger sind auch Frauen vom typischen erblichen Haarausfall betroffen und leiden in logischer Konsequenz natürlich auch diese sehr an den Folgen, wie dünner werdende Haare (oft Mittelscheitel), entstehende Geheimratsecken oder einer hohen Stirn. 

Mythos 4: Eine Haartransplantation kann grundsätzlich von allen Frauen und Männern problemlos durchgeführt werden

Zunächst einmal: Ja, Haartransplantation ist sowohl bei Frauen als auch Männern „anwendbar“. Allerdings NEIN, leider nicht in jedem Fall!

Wichtig ist in erster Linie, dass der Haarausfall ausschließlich vererbt worden ist (klassischer erblicher Haarausfall) und dass die Spenderregion intakt geblieben ist (ausreichend Spenderhaare zur Verfügung stehen!

Ein operativer Eingriff bei Frauen ist bei AGA – klassischer erblicher Haarausfall des Männertyps mit zurückweichendem Haaransatz (Geheimratsecken) und des Frauentyps mit Mittelscheitel-Lichtmuster gemäß Ludwig möglich.

Wenn krankhafter Haarverlust besteht, ist eine Operation in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle ausgeschlossen. Bei einem kreisrunden Haarausfall/Alopecia Areata hingegen erst, wenn die kahlen Bereiche gering sind und der Haarausfall nach der Therapie länger als 1 Jahr ausbleibt.

Mythos 5: Ein einziger haarchirurgischer Eingriff reicht für das ganze Leben

Nein. In den überwiegenden Fällen reicht ein einziger Eingriff nicht für das ganze Leben. Werden z. B. Geheimratsecken bepflanzt und gehen dahinter weitere Haare durch erblichen Haarausfall verloren, so müssen diese Stellen faktisch ebenso transplantiert werden. Theoretisch ist es zwar möglich keinen Eingriff mehr vorzunehmen, allerdings würden dann unansehnliche Teufelshörner entstehen, die optisch nicht schön aussehen. In den überwiegenden Fällen müssen also nach einer durchgeführten „ersten“ Haartransplantation regelmäßig in späteren Jahren weitere Eingriffe erfolgen, da es sonst optisch eben optisch suboptimal aussehen würde, wenn sich dazwischen kahle Gebiete bilden. Wie viele Eingriffe insgesamt nötig sind, hängt allerdings davon ab, welche Haarsituation einmal erreicht wird. 

Mythos 6: Eine Haartransplantation ist schmerzhaft und nach einer OP hat man noch lange Schmerzen

Für viele Frauen und Männer ist eine der Hauptsorgen der Schmerz. Zwar handelt es sich bei der Haartransplantation um eine Operation, bei der keine vollständige Betäubung benötigt wird, und insbesondere bei der FUE-Technik handelt es sich um einen minimalinvasiven Vorgang. Doch sind leider sowohl die FUE- als auch die FUT-Operation/Streifenhaarverpflanzung nicht vollkommen ohne Schmerzen. Dennoch fühlen sich die allermeisten Menschen, die schon eine Haartransplantation vorgenommen haben, ähnlich wie beim Zahnarzt. Die zu behandelnden Stellen (Empfangs- und Entnahmeareal) werden im Vorfeld lokal anästhesiert, wobei ein leichter Einstich mit etwas Schmerz unumgänglich bleibt. Nach der Anästhesie spürt man vom eigentlichen Eingriff jedoch nichts mehr.

Wie sich die Schmerzen unmittelbar nach der OP verhalten, muss differenziert werden, welche Methode angewandt wird.

  • Follicular Unit Extraction (FUE) :


Obwohl nach einer FUE lediglich kleine Wundflächen entstehen, müssen nach dem Eingriff zahlreiche kleine Verletzungen verheilen. Einige Tage nach der Operation können Sie vereinzelt kleine Schmerzen verspüren, die mit Medikamenten gegen Schmerzen vom Typ Ibuprofen, Paracetamol oder ähnlichem in der Regel optimal in den Griff zu bekommen sind. Außerdem kann es sein, dass Ihre Haut für eine Weile ein wenig gespannt ist und schmerzt. Auch kann es vorkommen, dass eine leichte Gefühllosigkeit auftritt. All diese unangenehmen Nebeneffekte vergehen aber in den allermeisten Fällen bereits nach ein paar Tagen. 

  • Streifenhaartransplantation (FUT): 

In der Regel können Sie stellenweise bis einige Tage nach der Behandlung im Bereich der Streifenentnahme geringe Schmerzen verspüren, die sich jedoch durch Schmerzmittel in Form von Ibuprofen/Paracetamol, etc. in Grenzen halten lassen. Im Falle einer Streifentransplantation könnte das Spenderareal noch einige Wochen bis hin zu Monaten gespannt sein (es wurde immer ein Hautstück entnommen und der Wundverschluss erfolgte mit mehr oder geringer Zugspannung – abhängig von der Dehnbarkeit der Kopfhaut) und zudem kann eventuell für ein paar Wochen ein Taubheitsgefühl bestehen. Etwaige Nebenwirkungen wie eine Narbenentzündung sind sehr gering, lassen sich jedoch nicht vermeiden und verlangen etwa den Gebrauch antibiotischer Cremes, die mit dem Arzt einzeln abgesprochen werden müssen.

Mythos 7: Haartransplantationen sehen immer unnatürlich aus und können von weiter Ferne erkannt werden

Nein. Durch erfahrene, spezialisierte Ärzte für Haartransplantation mit jahrelanger Erfahrung durchgeführt, sind die heutigen Resultate sehr natürlich und können eben gerade nicht von weiter Ferne erkannt werden. 

Wichtig ist auf eine richtige Wuchsrichtung zu achten, dass die Haarlinie nicht wie vom Lineal gerade gezogen ist, dass eine angemessene Haardichte verpflanzt und in den vorderen Reihen ausschließlich feine 1 Haar-Grafts verpflanzt werden. 

Wenn diese wichtigen beachtet werden, dann sind die heutigen Resultate von Haartransplantation äußerst natürlich.

Beispiel 1 einer natürlich transplantierten Haarlinie

Gelungene und natuerliche Haartransplantation: Beispielresultat 1
Gelungene und natuerliche Haartransplantation: Beispielresultat 1

Beispiel 2 einer nicht als transplantiert zu erkennende und natürlich aussehende Haarlinie

Nicht als „transplantiert“ zu erkennende und natürlich aussehende Haarlinie: Beispielresultat 2
Nicht als transplantiert zu erkennende und natürlich aussehende Haarlinie: Beispielresultat 2

Warnung/Achtung!

Ganz anders sieht es aus, wenn die Operation von Ärzten mit wenig Know-how und Erfahrung durchgeführt wird, oder sogar die Operationen, wie oft in Billig-Ketten, nicht von Ärzten, sondern von Hilfskräften ohne jegliche Medizinausbildung vorgenommen werden!

Dann können Haarlinie in Folge sehr unnatürlich aussehen, mit großen Transplantaten in der Haarlinie, falsche Richtung, unschönem Design und was dem Aussehen einer Bürste entspricht. Solche miserablen Resultate sind dann sehr wohl als „transplantiert“ und dies oft bereits von Weitem zu erkennen.

Miserables und unnatürliches Resultat einer Haartransplantation
Miserables und unnatürliches Resultat einer Haartransplantation: Dicke Transplantate und unzureichende Dichte

Mythos 8: Nach einer Haarverpflanzung entstehen große und hässliche Narben

Nein: Auch hier gilt, dass bei erfahrenen, spezialisierten Ärzte für Haartransplantation, mit jahrelanger Erfahrung durchgeführt, normalerweise keine große und hässlichen Narben entstehen!

Allerdings ist ebenso Fakt: Es gibt keine Haartransplantation, egal welcher Methode, die keine Narben hinterlässt!

Die entstehenden Narben müssen allerdings different werden in die jeweilige Technik:

  • Follicular Unit Extraction (FUE) :

Im Rahmen der FUE-Methode werden Schritt für Schritt die follikulären Einheiten des Haares (Follicular Units) mittels winziger Stanzen (sogenannte Punches) in der Größe von 0,7 – 1,00 mm Durchmesser aus dem Entnahmegebiet extrahiert:

Eine follikuläre-Einheit entnommen mit FUE Haartransplantation
Eine follikuläre Einheit entnommen mit einem kleinen Punch mittels FUE Haartransplantation
Entnahmebereich direkt nach der Entnahme mit FUE Haarverpflanzung
Entnahmebereich direkt nach der Entnahme von einigen hunderten Grafts

Im Netz spricht man bei einer FUE-Transplantation oft von einer narbenlosen Technik. Dies ist tatsächlich nicht korrekt! Zwar handelt es sich um eine wenig eingreifende Technik und es entstehen nur kleine Verletzungen, und diese sind – sofern der Eingriff von geübten Operateuren vorgenommen wurde – häufig auch für Außenstehende nicht erkennbar, dennoch bleiben es feine und kleine Vernarbungen.

Direkt nach einer FUE OP
Einige Wochen nach einer gelungenen FUE Haartransplantation

Warnung/Achtung!

Auch hier gilt: Ganz anders sieht es natürlich aus, wenn eine FUE Haartransplantation von Ärzten mit wenig Know-how und Erfahrung durchgeführt wird, oder sogar die Operationen, wie oft in Billig-Ketten, nicht von Ärzten, sondern von Hilfskräften ohne jegliche Medizinausbildung vorgenommen werden!

In Folge können Haarkränze völlig dezimiert und mottenzerfressen aussehen, was zudem Folgebehandlungen nahezu unmöglich macht.

Hier ein Beispiel einer solch misslungenen Entnahme mit FUE:

Dezimierte Haarkränze nach misslungener FUE Haartransplantation
Dezimierte Haarkränze nach misslungener FUE Haartransplantation mit suboptimalen Bedingungen für Folgebehandlungen!
  • Streifenhaartransplantation (FUT): 

Im Unterschied zum FUE Verfahren, erfolgt die Extraktion der Follikeleinheiten im Rahmen einer Streifentransplantation nicht einzeln. Vielmehr erfolgt hier die Gewinnung der Follikeleinheiten aus der Spenderregion mithilfe eines entsprechenden Mikroskalpells und dadurch vollständigen entfernten Hautstreifens, welcher anschließend unter Verwendung eines hochpräzisen Mikroskops in die einzelnen Follikeleinheiten/Grafts unterteilt wird.

Nach der FUT wird am Hinterkopf eine geradlinige Narbe hinterlassen, die allerdings erst sichtbar wird, wenn das Haar ganz kurz getrimmt wird.

Abdeckung der FUT Narbe durch länger getragene Haare
Die FUT-Narbe im abrasierten Status zum Vorschein

Mythos 9: Eine Transplantation mit der FUE-Methode hinterlässt keine Narben

Nein, wie in Myhtos Nummer 8 erwähnt, bleiben bei jeder Transplantation Narben zurück, auch nach einer FUE! Allerdings sind diese, wenn die OP fachgerecht durch erfahrene FUE-Spezialisten durchgeführt wird, kaum zu erkennen, selbst im kurzen Haarzustand.

Einige Wochen nach einer FUE Haartransplantation

Mythos 10: Bei einer Haar-OP gibt es keine Risiken

Doch! Eine Haartransplantation wird im Netz mittlerweile gerne als etwas verkauft, als sei es keine echte Operation und als seien Risiken fast auszuschließen. Mögliche Risiken werden unterschlagen, um den Eingriff einfacher verkaufen zu können.

Faktisch allerdings bringt eine Haartransplantation gewiss Risiken mit sich, vor allem, wenn diese, wie bereits vormals mehrfach erwähnt, durch Ärzte mit wenig Know-how und Erfahrung durchgeführt wird. Oder wenn, wie oft in Billig-Ketten, nicht von Ärzten, sondern von Hilfskräften ohne jegliche Medizinausbildung vorgenommen werden!

Tatsächliche Risiken sind:

  • dezimierte, ausgenommene Donorgebiete
  • schlechte Anwuchsrate
  • unnatürliche Haarlinie mit decken Transplantaten an vorderster Front
  • Unschöne Narben

Mythos 11: Eine Glatze (NW 6-Klassifizierung) kann man nicht mit Haartransplantation behandeln

Norwood Skala – Klassifizierung des Haarausfalls in verschiedene Stufen
Mann mit typischer Glatze

Doch! Eine Glatze mit einer Einstufung mit NW 6 Klassifizierung ist durchaus möglich!

Es hängt jedoch von einigen Faktoren ab:

  • Erwartung, natürlich kann kein volles Haar wie mit 18 Jahren erwartet werden!
  • Größe der kahlen Fläche
  • Wie viele Transplantate lassen sich aus dem Haarkranz gewinnen?

Bei großen kahlen Flächen wie einer Vollglatze/NW 6 Klassifizierung kann es grundsätzlich immer vorkommen, dass noch größere Bereiche unbepflanzt bleiben. Dies allein bedeutet aber noch lange nicht den Ausschluss einer Haartransplantation, sondern müssen vielfach die Erwartungen angepasst werden und lassen sich dennoch schöne optische Veränderungen und Resultate erzielen!

Allein wenn im ersten Drittel wieder Haare wachsen, mit einer schönen natürlichen Haarlinie, welche dem Gesicht wieder einen Rahmen gibt, können tolle optische Veränderungen erzielt werden, selbst wenn sonst noch Gebiete unbepflanzt bleiben.

Mythos 12: Die transplantierten Haare brauchen besondere Behandlung oder es werden Medikamente benötigt

Nein, entspricht nicht der Wahrheit! Transplantierte Haare können ganz normal behandelt, es handelt sich ja um eigne „echte“ Haare, welche lediglich umverteilt wurden. Nach einer Haartransplantation kann man mit seinen Haaren all das tun, was man sonst immer gemacht hat.

Ebenso ist es nicht wahr, dass man nach einer Haarverpflanzung zwingend Medikamente einnehmen muss. Nein. Die verpflanzten Haare wachsen auch ohne entsprechende Medikamente an. Es ist lediglich zu „empfehlen“ Haarausfall-Medikamente wie Finasterid/Minoxidil in Erwägung zu ziehen, da nun mal eine Haartransplantation den zukünftigen Haarausfall nicht stoppen kann und man sonst je nach Haarsituation erneut behandelt werden muss. Medikamente können den zukünftigen Haarausfall verlangsamen, oder gar stoppen, sodass die nächste benötigte Haartransplantation zeitlich nach hinten geschoben werden kann.

Mythos 13 Nach der Operation können die Haare nicht mehr gefärbt werden

Nein, wie im Punkt 12 besprochen benötigen transplantierte Haare keine besondere Behandlung und können die Haare problemlos gefärbt werden.

Mythos 14 Mit dünnen Haaren kann man kein gutes Resultat erreichen

Diese Behauptung entspricht ebenso nicht der Wahrheit. Selbstverständlich können auch Menschen mit dünnen Haaren transplantiert werden. Allerdings kann es sein, dass für ein optisch stimmiges Resultate eine größere Haaranzahl/Graftanzahl transplantiert werden muss.

Andererseits sind häufig gerade die Resultate von Patienten/Menschen mit dünnen Haaren sehr natürlich. Bei Menschen mit dicken Haaren werden die Resultate ebenso natürlich, zumindest wenn in vorderster Front ausschließlich 1-Haar-Grafts transplantiert wurden. Allerdings können die Resultate von Menschen mit dünnen Haaren im Vergleich noch einen Tick natürlicher wirken, an welcher auch der weltweit beste Arzt nichts ändern kann und jeder Arzt faktisch von den Haarfaktoren des jeweiligen Patienten abhängig ist. Dünne Haare zu haben schließt also eine Haartransplantation ganz und gar nicht aus, hat jedoch Vor- und Nachteile.

Mythos 15: Ältere Patienten können sich keine Haare verpflanzen lassen

Doch, auch ältere Patienten weit über 60 Jahre können noch behandelt werden. Allerdings ist neben den bereits oben genannten Faktoren, hauptsächlich der Gesundheitsstatus des Patienten wichtig!

Ist man in guter gesundheitlichen Zustand? Müssen regelmäßig Medikamente eingenommen? Falls ja, welche? Ältere Patienten, welche etwa regelmäßig blutverdünnende Medikamente einnehmen, müssten diese normalerweise vor der OP absetzen und sich erst mal mit Ihrem Hausarzt beratschlagen, ob das kurzweilige Absetzen der Medikamente toleriert werden kann. 

Mythos 16: Man bekommt wieder so volles Haar wie mit 18

Nein. Dichtes Haar wie in Zeiten als Teenie mit 18 Jahren ist mit einer Haartransplantation schlichtweg nicht möglich. Wie oben bereits erläutert, handelt es sich lediglich um eine Haarumverteilung und nicht etwa um eine Haarvermehrung! Ziel ist es allerdings, mit den vorhandenen Reserven und den transplantierten Grafts und besonders geschickter und „cleverer“ Umverteilung eine perfekte Illusion von nahezu vollem Haar zu erreichen. Je nach vorliegenden Bedingungen des Patienten und Erfahrung, Know-how und Geschick des Operateurs ist dies auch oftmals möglich, sodass gar spektakuläre optischen Veränderungen erzielt werden.

Mythos 17: Eine Haartransplantation wird durch die Krankenkasse oder Versicherung bezahlt

Nein, leider wird in der Regel keine Haartransplantation durch eine Krankenkasse/Versicherung übernommen. Eine Ausnahme können ggf. spezielle Fälle von unter anderem massivem Haarverlust durch Unfälle, wie nach Verbrennungen sein, aber in der Regel stehen die Chancen auf eine Kostenübernahme eher miserabel.

Mythos 18: Das Resultat einer Haartransplantation bleibt für immer

Bisher ist man immer davon ausgegangen und so steht es auch auf unzähligen Webseiten geschrieben, dass transplantierte Haare ein Leben lang wachsen.

Allerdings:

Die Eigenhaartransplantation beruht auf der sogenannten „Donor-Dominanz-Theorie“ beim anlagebedingten Haarverlust. Wird ein Graft von einer Stelle entfernt (dem Haarkranz/Donorgebiet), die für eine dauerhafte Behaarung vorgesehen ist, und in ein Gebiet transplantiert, das unter Haarausfall leidet, wächst es nach einer anfänglichen Periode des Effluviums an der anderen Position ebenso lange wie an der Originalstelle. So lautet das wissenschaftliche Konzept der Haarverpflanzung, siehe auch den NCBI Artikel.

Mögliches „ausdünnen“ des Resultats mit ansteigendem Alter

Es muss also erwähnt werden, dass Haarkränze ggf. mit dem Älterwerden und in höherem Alter auch etwas „ausdünnen“ können, gerade bei einem hohen Glatzengrad wie NW 6. In solchen Fällen wird mit dem Älterwerden auch das Resultat „dünner“. 

Daher ist zu beachten, dass Donorgebiete/Haarkränze mit zunehmendem Alter ebenfalls dünner werden können, besonders bei starkem Kahlheitsgrad wie einer NW 6 Situation und in negativer Folge damit, auch das Resultat mit zunehmendem Alter ausdünnen kann.

Mythos 19: In jedem Fall müssen alle Haare rasiert werden 

Nein, nicht in jedem Fall muss eine Rasur vorgenommen werden! Fakt ist jedoch, dass bei Haartransplantationen mit der FUE Methode sehr gerne die Haare voll rasiert werden.

Es gibt jedoch Ärzte, welche 1. die Haare im Empfangsgebiet lang lassen und den kompletten Haarkranz ausrasieren, oder aber 2. das Empfangsgebiet wird lang gelassen und im Haarkranz werden nur Teile oder Streifen rasiert, oder aber 3. und dies ist die Luxus-Variante und kostspielig, werden weder im Haarkranz noch im Empfangsgebiet Haare rasiert, diese Methode wird auch Unshaven Haartransplantation genannt (wird allerdings nur von wenigen Haarchirurgen durchgeführt, wie von Dr. Mwamba www.ufue-hairtransplant.com).

Folgend einige bildlichen Beispiele:

  • FUE Haartransplantation mit Vollrasur
Vollrasur nach Haartransplantation
  • Teilrasur mit Streifenrasur: Empfangshaare bleiben lang und im Haarkranz werden kleine Streifen rasiert
FUE-Haartransplantation mit Streifenrasur
  • Teilrasur mit GJ Schnitt: Empfangshaare bleiben lang und der komplette Haarkranz wird ausrasiert
FUE Haartransplantation mit GJ Cut
  • Unshaven Technik: Es werden weder im Haarkranz noch im Haarkranz rasiert. Es werden lediglich die follikulären Einheiten mit einer speziellen Schere getrimmt, welche auch extrahiert werden. Alle Haare drumherum bleiben lang
Unshaven-Technik-Haartransplantation ohne jegliche Rasur

Mythos 20: Jeder beliebige Arzt kann mit Haartransplantation ein gutes Resultat erzielen

Nein! Eine gelungene Haartransplantation setzt viel Wissen und eine Menge an Erfahrung voraus.

Vielfach ist unbekannt, dass das Feld Eigenhaarverpflanzung nicht an den Hochschulen vermittelt wird. Auch wenn Ärzte als Fachärzte für plastische Chirurgie ausgebildet wurden, ist nun mal Haarchirurgie für sie absolutes Neugebiet! Eine Facharztbezeichnung ist somit unerheblich und besagt nichts über die tatsächliche Qualität aus.

Man darf nicht vergessen, dass die Bedingungen der Betroffenen ganz verschieden sind. Die Haarstruktur, der Kopfhautzustand, die Erbanlagen – das sind unterschiedliche Gegebenheiten, über die ein Haararzt genau im Bilde sein muss.

Um die möglichen Unterschiede mehr zu verdeutlichen:

  • Es gibt Personen mit vollkommen unterschiedlicher Haarstruktur (dickes, feines, glattes, welliges oder lockiges Haar)
  • Personen mit blonder, brünetter, brauner, roter, oder schwarzer Haarfarbe.
  • Verschiedene Kopfhaut-Haarkontraste wie beispielsweise einen hellen Haarboden/helle Kopfhaut und helle Haare, oder etwa einen dunklen Haarboden/dunkle Kopfhaut und dunkle Haare.
  • Menschen mit großen und kurzen Follikeln unter der Haut
  • Bei einigen liegen die Follikel relativ sanft in der Haut, bei anderen wiederum sitzen sie hart
  • Es gibt verschiedene Wachstumsrichtungen
  • Unterschiedliche Kopfhaardichten je qcm.
  • Bei einigen sind die Follikelgruppen umfangreicher, bei anderen dagegen weniger umfangreich und abhängig von der Follikeldichte pro qcm und der Größe der Follikelgruppe wird unter anderem eine unterschiedliche Größe der Stanzung für die Entfernung benötigt
  • Einige Patienten haben eine stärkere Blutungsneigung bei der Operation, die anderen eine geringere.

Hoffentlich habe ich es mit den genannten Ausführungen besser verdeutlichen können: Es gibt zahlreiche Besonderheiten, mit welchen ein Doktor im Rahmen einer Haartransplantation zu kämpfen hat, worauf er sich einrichten und damit umgehen können muss.

Es darf außerdem bei der Ästhetik keinerlei Patzer vorkommen: Das Ergebnis muss möglichst echt wirken und dem Patienten passen.

Diese Erkenntnis bringt nur die nötige Routine und auch eine Portion Kunstfertigkeit mit sich.